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Ich war damals dreizehn Jahre alt geworden. Ehrlicherweise
muss ich zugegeben, dass ich mich damals nicht mehr so recht
in die häusliche Ordnung fügen wollte. Immer wieder
gab es Veranlassung für Mutter, mich zurechtzuweisen. Immer
öfter drohte sie mir dabei Prügel mit dem Rohrstock
an. Das faszinierte und erregte mich in einer bisher noch nie
gekannten Art und Weise, obwohl ich auch Angst davor hatte. Also
bemühte ich mich darum, artig zu sein aber trotzdem, der
Gedanke, Hiebe auf den Hintern zu erhalten löste in mir
einen unwiderstehlichen, sonderbar erregenden Reiz aus, dem ich
mich nicht entziehen konnte. Ich wollte schließlich wissen,
wie das ist und versuchte, mich zu schlagen. Wie ich es auch
anstellte, es war nicht so, wie ich mir das mittlerweile in meinen
Tagträumen vorgestellt hatte. Es tat überhaupt nicht
richtig weh, und etwas spüren musste ich doch? Oder etwa
nicht? Ich hatte wieder einmal etwas angestellt und war zudem ziemlich aufsässig gewesen. Warum kann ich selber nicht sagen, ob meine heimliche Sehnsucht nach einer Prügelerfahrung daran schuld war? Ich weiß es nicht. Wieder schimpfte Vater nur mit mir. Meine Mama war anderer Ansicht und versuchte, Papa dazu zu überreden, mir mit einem Rohrstock ordentlich den Popo zu versohlen. Mir ging das kribbelnd durch und durch, aber nichts geschah. Einige Wochen später war es wieder die gleiche
Situation. Als Papa nach Hause kam, schimpfte meine Mama: Mutter hatte recht, der Hausarrest beeindruckte mich nicht all zu sehr, zumal schon meine Freunde dafür sorgten, dass es Mutter nicht möglich war, den auch konsequent durchzusetzen. Immer wieder kam es zwischen Mutter und Vater dann zu Auseinandersetzungen über meine Erziehung. Während Mutter meinte, ich müsse tüchtige Prügel erhalten, war Vater der Ansicht, dass dies mittelalterliche Erziehungsmethoden seien, die für ihn überhaupt nicht in Frage kommen. Onkel Udo, der Bruder meiner Mutter ist, obwohl er eine stattliche Anzahl an Weinbergen sein eigen nennt, nur Nebenerwerbslandwirt. Ansonsten ist er Pächter einer Tankstelle mit Autowerkstatt, die er allerdings zu macht, wenn die Weinlese beginnt. Dann war ihm auch jede Hilfe willkommen. Onkel Udo kannte die Leute schon lange, die ihm regelmäßig halfen. Natürlich musste auch sein Sohn Olaf mithelfen. Tante Freya sorgte für Essen und Trinken und meine Mutter half auch jedes Jahr mit. Natürlich war ich auch dabei, da er die Weinlese regelmäßig in die Zeit der Herbstferien legte und mir machte das auch jedes Jahr viel Spaß, obwohl auch ich ordentlich mithelfen musste. Während meiner Herbstferien waren wir wieder bei Onkel Udo. Ich, wie schon gesagt inzwischen dreizehn, half schon fleißig mit. So waren wir mit der Weinlese beschäftigt als Onkel Udo bemerkte, dass ein Gewitter aufzog und uns aufhören hieß. Wir gingen hinunter zum Wagen, da fiel Tante Freya auf, dass Olaf und Doris, ein Mädchen aus dem Dorf das auch mithalf, fehlten. Onkel Udo ging sie suchen und kam schließlich mit den Beiden an, die ziemlich zerknirscht aussahen. Das Gewitter war unterdessen näher gekommen und es wurde höchste Zeit, ins Dorf zurück-zukehren. Dort angekommen kamen Traktor und Hänger in die große Scheune. Die Helfer vom Dorf verabschiedeten sich hurtig und wir gingen schnell in die Stube. Kaum waren wir angekommen und hatten uns gesetzt, als auch schon der Regen losprasselte. Onkel Udo stellte fest, dass wir Glück gehabt hätten, noch rechtzeitig unter Dach gekommen zu sein. Tante Freya und Mutter begaben sich in die Küche, ich ging mit Onkel Udo und Olaf in die Scheune und half dabei, die Trauben zu treten und als nichts mehr ablief, den Rest auszupressen. Als wir zurück in die Stube kamen, war das Abendbrot schon gerichtet. Nach dem Essen unterhielt man sich darüber, was am nächsten Tag zu tun ist. Zuletzt kam Onkel Udo darauf zu sprechen, dass er Olaf und Doris am Waldrand gefunden habe, wo sie sich abgeknutscht hätten, wie er es nannte. Er fragte Olaf, warum er so pflichtvergessen sein könne, die Traubenlese zu vernachlässigen. Olaf erklärte, sein Vater wisse doch, dass sie sich mögen und, wenn Doris achtzehn Jahre alt sei, sie sich verloben wollten. Das ließ Onkel Udo nicht gelten. So ging es hin und her zwischen den Beiden. Olaf versuchte sich zu verteidigen doch Onkel Udo trieb ihn mehr und mehr in die Enge... Wenn sie diese Geschichte zu Ende lesen wollen, werden sie Mitglied im Verein Forum 1988 e.V. dem Flagellantenverein. |