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Aus psychologischer Sicht gibt es acht Triebe mit sechzehn Vektoren. Alle spielen bei der Persönlichkeit eines Menschen eine Rolle. Die Beschränkung auf einen Trieb und seine zwei Vektoren zur Beurteilung einer Persönlichkeit erscheint mir zu beschränkt und trifft nicht den Kern der Sache. Wissenschaftlich ernst zu nehmende Untersuchungen über das Flagellantische Phänomen sind mir nicht bekannt. Zwar gibt es entsprechende Untersuchungen über den Bereich des Sadomasochismus, doch diese Ergebnisse unkritisch auf Flagellanten anzuwenden und dies als eine sadomasochistische Spielart zu bezeichnen ist falsch. Flagellanten sind anders. Gespräche mit mehreren hundert Flagellanten beiderlei Geschlechtes ergaben, daß ihr Wunsch gezüchtigt zu werden, auch wenn erotisierende Einflüsse nicht zu unterschätzen sind, mit der Sexualität im eigentlichen Sinn nichts zu tun hat. Sie fragen natürlich, wie man zu so einer Aussage kommen kann. Ergebnisse aus psychologischen, triebdiagnostischen und kriminologischen Untersuchungen, zusammen mit den persönlichen Gesprächen mit Betroffenen, lassen folgende Fakten erkennen: Überwiegend wird berichtet, daß flagellantische Wünsche erstmals vor Eintritt der Pubertät aufgetreten sind. Damit verbunden war der Wunsch nach einer starken Führung. Im Kopf entstand das Bild von Führungspersönlichkeiten, welche emotionale Sicherheit gewähren und bereit sind, das Individuum begleitend zu schützen. Die emotionale Stärke und der Führungsanspruch sollten sich fühlbar ausdrücken. Wer die Macht hat zu strafen, hat auch die Macht zu schützen. Es handelt sich somit um ein außerordentliches Schutzbedürfnis vor Eintritt der Pubertät. Dies zu artikulieren fällt den Betroffenen, auch später als Erwachsene, noch schwer. Leicht war und ist, die Flucht in Phantasien. Dies taten die Betroffenen. Bilder vom strengen Lehrer, Nachbarn, Trainer usw. beiderlei Geschlechtes entstanden in den Köpfen. Dies unabhängig davon, ob sie noch, wie die älteren tatsächlich, oder niemals gezüchtigt wurden. Daß dies so ist, beweisen auch kriminologische und psychologische Testverfahren an Jugendlichen. Wenn in der Jugend gezüchtigt wurde, spielt eine große Rolle wie das geschah. Zum einen war das persönliche Verhältnis des Jugendlichen zu dem erzieherisch wirkenden von sehr großer Bedeutung. Stimmte da die Chemie, wurden selbst strenge Züchtigungen als positiv empfunden. Ganz anders, wenn das Gefühl entstand, grundlos oder übermäßig gezüchtigt zu werden. Da half auch die flagellantische Veranlagung nicht darüber hinweg, dies abzulehnen und die Strafenden zu mißachten. Positive Gefühle, die in der Erziehung eine so große Rolle spielen, entstanden nicht. Die pädagogische Erkenntnis und Grundthese, daß Menschen und Tiere nur mittels positiv empfundenen Signalen in der Lage sind, ihr Verhalten im positiven Sinne zu ändern, bestätigt sich in vielen Erzählungen. Viele Menschen sind durch übermäßige Züchtigung in der Jugend bis ins hohe Alter traumatisiert. Dies ist auch feststellbar, wenn die Menschen im fortgeschrittenen Alter zu Flagellanten wurden. Flagellantische Träumereien spielten auch später,
bei der Pubertät meist eine große Rolle und flossen
in pubertäre Handlungen und pubertäres Lustempfinden
ein. Dadurch wird verständlich, daß viele glauben,
flagellantische Be-dürfnisse hingen mit der Sexualität
zusammen, ohne die Reihenfolge des Entstehens zu beachten. Auch
ist festzustellen, geschlagen zu werden ist für Flagellanten
weder lustvoll, noch bereitet es ihnen Freude. Es ist eine sehr
schmerzhafte Prozedur, die diese Menschen brauchen und über
sich ergehen lassen, weil es für sie der einzige Weg ist,
zu einer freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit zu kommen.
Es läuft eben nicht alles auf der Lustschiene
ab. Nach der Familiengründung, wenn die Personenliebe und die damit verbundene Sexualität die Mächtigkeit ihres die Menschen beeinflussenden Drangs verlieren, tritt allgemein eine Veränderung des Ich ein. Nur bei sehr wenigen spielt der Flagellantismus noch eine Rolle. Meist bestehen flagellantische Bedürfnisse nur noch im Hintergrund weiter und Selbstzüchtigungen werden selten. Streßsituationen die bei Personen wieder ein außerordentliches Schutzbedürfnis erwecken, führen erneut zum Flagellantismus. Je nach Erfahrungen und jugendlichen Träumereien entstehen dabei unterschiedliche Ausprägungen. Obwohl durchaus weiterhin sexuelle Kontakte gepflegt werden, sind heterosexuelle Partnerschaften im mit flagellantischen Aktivitäten eher selten. Anders ist es mit pubertären Praktiken, die teilweise heimlich wieder aufgenommen werden. Dies hat mit den vorpubertären und pubertären Phantasien zu tun und nicht mit Sex. Kern der Handlungen ist erneut das außerordentliche Schutzbedürfnis, der Wunsch nach begleitender Sicherheit. Dieses Gefühl wird bei Flagellanten durch entsprechende tatsächliche und durchaus schmerzhafte Züchtigungen hervorgerufen. Als eine Art seelischer Lastab-nahme und Befreiung von seelischem Druck wird es einhellig von den Flagellanten beschrieben, was das Bild abrundet. Bekanntermaßen gehen sexuelle Bedürfnisse
im Alter zurück. Davon machen auch Flagellanten keine Ausnahme.
Ganz anders verhält es sich mit flagellantischen Bedürfnissen.
Zunehmend ältere Menschen suchen Partnerinnen und Partner
zur Ausübung flagellantischer Praktiken. Der älteste
Flagellant der, wie mir bekannt ist, verzweifelt nach einem Partner
suchte, war immerhin schon über 90 Jahre alt. Um es klarzustellen, unser Verein bemüht sich darum, Flagellanten Hilfe, Rat und ein Forum zu Begegnung und Unterstützung zu bieten. Die seelischen Nöte von Flagellanten auf ein sexuelles Lustprinzip reduzieren zu wollen, ist kontraproduktiv. Deshalb wehren wir uns im Interesse unserer Mitglieder gegen eine solche Vereinnahmung. |
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| Diese Frage wurde heute (Sommer 1999) bei dem Gesprächskreis diskutiert. Nach längerem Austausch von Argument und Gegenargument einigte man sich auf die Formulierung, daß dies unwahrscheinlich ist. Die, die in ihrer Jugend durch Lehrer, Eltern, Onkel oder in Internaten mit der körperlichen Züchtigung Bekanntschaft machten, waren allerdings immer noch überwiegend der Ansicht, daß dies an ihrer späteren Veranlagung schuld sei. Zwei wesentliche Tatbestände stehen dem allerdings entgegen. Zum einen die große Zahl derer, die als Jugendliche niemals gezüchtigt wurden und sich erst im reifen Alter (Zwischen 40 und 60 Jahren, manche noch später obwohl der Körper da kaum noch mitmacht!) dazu entschlossen, sich von einer Frau oder einem Mann den Hintern versohlen zu lassen. Zum anderen müßten dann ja alle, die in ihrer Jugend regelmäßig oder des öfteren körperlich gezüchtigt wurden, zu Flagellanten geworden sein. Vier der so fest von der These überzeugte, daß es mit der Erziehung zu tun hat, fanden den Mut über die Züchtigungen damals auf den Klassentreffen zu reden. Sie fragten, wer von den Mitschülern öfter darüber nachdenke. Die meisten hatten das vergessen (oder angeblich vergessen), sogar etliche, die öfter gezüchtigt wurden, als der Fragesteller. Dadurch kam die einhellige Meinung derer, die das auf ihre Jugenderlebnisse zurückführten ins Wanken und es kam zu der entsprechenden Formulierung. Man war sich letzlich darüber einig, daß frühe Rohrstockerfahrungen nicht zwingend Ursache gewesen sein müssen. Der Auslöser sei es aber ganz sicher gewesen. Dieser Einschätzung schlossen sich letztlich alle an, hatte doch jede und jeder ein auslösendes Moment vorzuweisen und sei es nur ein länger andauernder Gesäßfetischismus. Zudem sei weder von Seume, noch von Chaplin sei überliefert, daß sie Flagellanten gewesen sind. Dies hätte zumindest bei Seume nach der Schilderung seiner Jugenderlebnisse der Fall sein müssen. |
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Ein an sich drücken und leichte Schläge auf den Hintern sind ein Signal, das seit Urzeiten auf den Menschen wirkt. Dieses genetisch bedingte Signal vermittelt Geborgenheit, Sicherheit und baut emotionalen Streß ab. Mütter wenden dieses Signal instinktiv auch heute noch an, wenn es darum geht, Kinder zu beruhigen. Die schnelle, spontane Wirkung die früher, als Menschen noch ganz anderen Gefahren ausgesetzt waren, lebenswichtig für eine Gruppe war, kann durch ein dickes Windelpaket natürlich nicht eintreten. Auch kann die emotionale Stimmung eine Weiterleitung zu schwacher Signale verhindern. Es bedarf daher eines großen Einfühlungsvermögens von Seiten des Erziehenden um sinnvoll zu handeln. Einer körperlichen Züchtigung, anstelle einer anderen Strafe, kommt gleiche Wirkung zu, wenn die zu bestrafende Person ihrer Bestrafung positiv gegenübersteht, nicht zuletzt um von seelischer Schuld oder Last befreit zu werden (befreiende Strafe) und die Züchtigung in einer Intensität ausgeführt wird, die unwillkürliche und nicht willentlich kontrollierte Reaktionen erkennen läßt. Als therapeutische Wirkung verstanden, sollte das Signal einige Zeit lang aufrecht erhalten werden. (Oft in der Anzahl an Hieben beschrieben). Eine stärkere Anwendung ist als echte Gewalt zu betrachten, da dies nicht erforderlich ist. Gleichwohl wurden junge Menschen in vergangenen Jahren oft gnadenlos und manchmal grausam gezüchtigt. Ob dies für einen Zögling ohne ihn schädigende Folgen blieb, hängt wesentlich von dessen Persönlichkeit und den entsprechenden Umständen ab. Auch solche Umstände sind sicherlich zur Erforschung des flagellantischen Phänomens interessant. Im klinischen Bereich erreicht man stärkere Wirkungen dadurch, daß mit Elektroschock (heute unter Narkose) gearbeitet wird. Wie jemand einer körperlichen Züchtigung gegenüberseht ist auch abhängig davon, wieviel ein bestimmter Schlag wirklich weh tut. Jemanden ins Gesicht zu schlagen ist intimer als ihn auf den Rücken zu hauen. Viele Zöglinge werden das Sicherheitswort benutzen, wenn versucht wird, ihnen ins Gesicht zu schlagen, aber bleiben selbst dann still, wenn ihr Hintern schon verschwollen ist. Wenn man jemand bestraft, ist auch möglich die Erwartungsspannung so zu steigern, daß sich unser Zögling in die Hosen macht (falls sie/er welche anhat). Wird jemand zum ersten Mal gezüchtigt, kann eine kleine Dosis Schmerz große Ergebnisse zeigen. An Tagen, wo man abgrundtiefe schlechte Laune hat, oder gar wütend auf das Opfer ist, sollte man "nicht" zur Rute greifen - lieber mit dem Teddy ins Bett gehen, warten, bis man sich beruhigt hat. Und wie bei allen Spielen gilt hier auch die Regel: nie jemanden züchtigen, oder sich züchtigen lassen, wenn Alkohol oder enthemmende Drogen im Spiel sind |
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