Flagellanten und ihre Gefühle / über die Entstehhungs einer flagellantischen Persönlichkeit

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einer flagellantischen Persönlichkeit

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Flagellanten und ihre Gefühle
über die Entstehhungs einer flagellantischen Persönlichkeit

Fragt man Flagellanten heute danach, wie es zur Entstehung ihrer diesbezüglichen Gefühle kam, wird überwiegend davon berichtet, daß flagellantische Wünsche vor Eintritt der Pubertät aufgetreten sind. Damit verbunden war der Wunsch nach einer starken, für sie positiven Führung. In ihrem Kopf entstand das Bild von Führungspersönlichkeiten, welche emotionale Sicherheit gewähren und bereit sind, begleitend zu schützen. Die emotionale Stärke und der Führungsanspruch sollten sich fühlbar ausdrücken. Wer die Macht hat zu strafen, hat auch die Macht zu schützen. Es handelt sich somit um ein außerordentliches, vorpubertäres Schutz- und Hilfebedürfnis. Dies zu artikulieren fällt den Betroffenen, auch später im Erwachsenenalter, noch schwer. Leicht war und ist die Flucht in Phantasien. Dies tun auch Betroffene, die nicht mit einer körperlichen Züchtigung im Jugendalter konfrontiert waren. Bilder vom strengen Lehrer, Nachbarn, Trainer usw. beiderlei Geschlechtes entstehen in den Köpfen. Immer unabhängig davon, ob sie noch, wie die Älteren tatsächlich, oder niemals gezüchtigt wurden.

Wenn in der Jugend körperlich gezüchtigt wurde, spielt eine große Rolle wie das geschah. Zum einen war das persönliche Verhältnis des Jugendlichen zu dem erzieherisch Wirkenden von sehr großer Bedeutung. Stimmte da die Chemie, wurden selbst strenge Züchtigungen als positiv empfunden. Ganz anders, wenn das Gefühl entstand, grundlos oder übermäßig gezüchtigt zu werden. Da half keine flagellantische Veranlagung. Die Strafenden werden und wurden nicht nur mißachtet, sondern oftmals auch gehaßt. So wie die oder der wollte man keinesfalls werden. Positive Gefühle, die in der Erziehung eine so bedeutsame Rolle spielen, entstanden nicht. Die pädagogische Erkenntnis und Grundthese, daß Menschen und Tiere nur mittels positiv empfundenen Signalen in der Lage sind, ihr Verhalten im positiven Sinne zu ändern, bestätigt sich in vielen Erzählungen. Viele Menschen sind durch übermäßige Züchtigung in der Jugend bis ins hohe Alter traumatisiert. Dies ist auch dann feststellbar, wenn die Menschen später zu Flagellanten wurden.