Prügel in der Schule! Seit es Schulen gibt gehörte bis zur neueren Zeit die körperliche Züchtigung zum festen Bestandteil des Schulwesens.

Die Selbsthilfegruppe für Menschen mit
einer flagellantischen Persönlichkeit

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Prügel in der Schule! Seit es Schulen gibt gehörte bis zur neueren Zeit
die körperliche Züchtigung zum festen Bestandteil des Schulwesens.

Angewandt wurden unter Anderem:

01. - Ermahnung in verschiedenen Graden
02. - Fasten
03. - Einsperren
04. - Setzen auf eine besondere Bank
05. - Reiten auf einem hölzernen Esel
06. - Aufstülpen eines Eselskopfes
07. - Knien außerhalb der Schulbank
08. - Knien auf scharfen Steinen oder schafkantigem Holzscheit
09.- Ziehen und drehen der Ohrläppchen
10. - Ziehen an den Haaren
11. - Maulschellen
12. - Kopfnüsse als da sind: Schläge mit dem Knochen des Mittelfingers
-------gegen den Hinterkopf
13. - Schlechte Benotung trotz besserer Leistung (gibt es heute noch)
14. - Tatzen mit einem Stäbchen; einer Rute oder einem Rohrstock auf die
-------Handflächen, auf die Finger, oder gar auf die Fingerspitzen
15. - Schläge mit dem Kantschu, einer Rute, einem Stock auf den Rücken
------- oder auf das Gesäß.

Schulgeschichte Beispiel 1862:

Schulrohrstöcke, die nach Aussage des damaligen Oberlehrers der Volksschule Hambrücken bis 1948 in Gebrauch waren. Material: Mannilarohr, Halbglanzware, sehr biegsam. Maße: 7mm x 75cm, 8mm x 79cm und 9mm x 82 cm. Die Rohrstöcke kamen für Schüler ab Klasse 4 und Schülerinnen ab Klasse 6 zum Einsatz. Gezüchtigt wurden die Schüler vom Schulleiter, Sportlehrer oder Pedell, die Schülerinnen vom Schulleiter oder der Sportlehrerin. Jeder Lehrer hatte seit 1862 Strafverfügungen zur Verfügung, die er gegebenenfalls der betroffenen Schülerin oder Schüler aushändigte, welche dann selbst dafür zu sorgen hatten, daß die Strafe an ihnen vollzogen, und der Strafzettel abgezeichnet wurde, ehe er dem jeweiligen Klassenlehrer zurückgegeben wurde. Sowohl die Aushändigung des Strafzettels, als auch der Vollzug der Strafe wurden im Klassenbuch vermerkt. Die Probanden mußten sich zuerst beim Schulleiter melden, der den Strafgrund mit ihnen erörterte, den Strafzettel abzeichnete, gegebenenfalls die Strafe verschärfte und bestimmte, bei wem sie sich die Strafe abholen sollten. Dann mußten sie den Pedell, Lehrer oder Lehrerin bitten, sie zu bestrafen und ihnen den abgezeichneten Strafzettel übergeben. An einem von diesen bestimmten Termin, hatten sie im Materialraum der Schule zu erscheinen. Dort mußten sie sich über eine alte Schulbank beugen und erhielten die Schläge entweder auf den stramm gezogenen Hosenboden (die Schüler hatten sich dazu die Hosen selbst strammzuziehen), oder verschärfend auf den nackten Hintern. Mädchen erhielten Schläge grundsätzlich nur auf den mit einem Schlüpfer bekleideten Hintern.

Prügelpädagogik

Oft wurde so hemmungslos geprügelt, daß sich Eltern einmischten - meist vergeblich.
Schulordnungen, die das Züchtigungsrecht der Lehrer einschränkten (z.B. Bayern 1815) blieben zumindest auf dem Lande meist von sehr eingeschränkter Wirkung.
Strafen wurden nicht nur zur Aufrechterhaltung der Siziplin, sondern auch wegen schlechter schulischer Leistungen oder nicht achtungsvollstem Respekt gegenüber dem Lehrkörper verhängt.
Strafen erfolgte auch ohne Grund bei schlechter Laune des Lehrkörpers.

Nach Anwendungshäufigkeit um 1900 z. Beispiel in Bayern:
1. - Tatzen
2. - Ohrfeigen
3. - Stockschläge
4. - Ziehen an den Haaren
5. - Ohrenziehen
6. - Holzscheitstrafe

Zu dem was sich in der Schule abspielte und abspielt gibt es im Zusammenhang mit dem flagellantischen Komplex unter anderen folgende Fragen:

 1. Aus welchen Gründen wurde vom Züchtigungsrecht solange es bestand, meist ein großzügiger und wenig differenzierter Gebrauch gemacht? Es wird berichtet, daß kaum ein Tag verging, an dem nicht wenigstens ein Schüler verprügelt wurde. 
2.  Durch Schulordnungen" wurde immer wieder versucht, die Lehrer zu mäßigen. Leider meist mit nur wenig Erfolg, viele Lehrer prügelten fast genau so weiter wie vorher. Warum war das so?  
 3. Wie wirkten die korrekte Anwendung der Schulstrafen (z.B. Bayern 1815) auf die Schüler oder wie mußten sie wirken? Danach erhielt der Schüler die Körperstrafe vor versammelter Klasse durch den Schulleiter am Schluß des Unterrichtes an diesem Tag? 
 4. Wenn eine flagellantische Veranlagung aus früher erlittener körperlicher Züchtigung abgeleitet wird, müßten da nicht alle Strafen präsent sein die jeweils praktiziert wurden? Warum möglicherweise nicht? 
 5. Stockschläge auf den Hintern waren nicht die häufigsten und nicht die einzigen Strafen. Warum ist es bei Flagellanten die einzige für sie akzeptable Strafart? Und warum kommt die meist häufigste Strafart, Tatzen, bei Flagellanten nur im Zusammenhang mit Züchtigungen auf den Hintern vor? Warum fehlen Schläge auf den Rücken total? 
 6. Wie sieht es heute aus, womit versuchen Lehrerinnen und Lehrer heute zu disziplinieren, nachdem nur psychologische Elemente und Notendruck bleiben? Ist ein Mißbrauch dabei wirklich ausgeschlossen?
7.  Wird heute von den wenigen Disziplinierungsmöglichkeiten die den Lehrern geblieben sind, ein mehr verantwortlicher Gebrauch gemacht als früher? Was geschieht wenn Jugendliche nicht still sitzen, unaufmerksam sind, träumen und welche Spätfolgen haben die Diziplinierungsversuche der Lehrerinnen und Lehrer? 
 8. Welche Folgen auf die Schüler haben die Disziplinierungsmethoden von heute, welche die emotionale Bindung der Schüler an die Lehrer ausnutzen?
 9. Warum fanden die Lehrer, darf man den Berichten glauben, flagellantisch veranlagte schüler aus aus den Schülern einer Klasse heraus? Wie konnte ein Lehrer merken, daß sein Schüler bereit war sich schlagen zu lasen? Ahnten diese möglicherweise etwas von seiner heimlichen Sehnsucht danach Hiebe zu erhalten, oder lag es ganz einfach am Verhalten des Schülers? Erkannten sie es durch einen träumerischen Gesichtsausdruck oder so etwas? 
 10. Allgemein wird von Flagellanten die gerne Zögling oder Schüler spielen berichtet, daß sie unausstehlich werden und große Probleme haben, wenn Ihre Sehnsucht nach Schlägen keine Erfüllung findet.. Auch sei es ihnen unmöglich, sich auf etwas zu konzentrieren, wenn es sie nach einer "Tracht" gelüste. Besonders sensible Künstler aller Art betrifft dies. Kann Aggression von Schülern etwas mit solch unbefriedigten Gelüsten, oder einer verdeckten flagellantischen Veranlagung zu tun haben? 
11.   Einer berichtet, daß alleine das vorgerufen werden zum Prügelempfang und das hautnahe miterleben flagellantische Gelüste in ihm auslöste. Aber warum? An der Erziehung im Elternhaus konnte es kaum liegen, denn er war niemals gezüchtigt worden. Alleine die Tatsache, daß es an der Schule die Prügelstrafe gab, war es sicherlich auch nicht. Und, warum sucht der inzwischen fast 60 Jährige immer noch sich diesen Jugendwunsch" nach einer in der Jugend versäumten Züchtigung zu erfüllen? 
12. Andererseits wird berichtet, daß das auslösende Moment alleine der Tatsache lag, daß die Schulzucht existierte und die Probanden noch jahre später erregte. Warum geht davon auf bestimmte Schüler eine solche Faszination aus? Schließlich gibt es so wenig Flagellanten, daß kaum mehr als ein oder zwei Schüler einer Klasse solche Gefühle entwickelt haben konnten. 
13.  Wie ist der Wunsch eines Schülers sich zum Vergnügen der anderen vor der Klasse verprügeln zu lassen erklärbar.  
14.  Von der Verachtung von Lehrern oder erziehern, die nicht kräftig genug züchtigten wird oft berichtet. Aber auch von der Verachtung solcher, die zu kräftig ihres Züchtigeramtes walteten. Warum ist das so?  
15.  Bei der allen Erzählungen ist nichts erotisches enthalten. Trotzdem wird von erotischen Gefühlen berichtet, die allerdings nur ganz selten das allgemeine Sexualleben der Probanden beeinflussen. Warum? 
16.  Keiner der Flagellanten wünscht sich mit seinen Erziehern sexuellen Kontakt. Kommt es dazu beginnt eine hektische Suche nach anderen erziehern. Ausnahmen bestehen nur in einer festen Partnerschaft. wie ist das erklärbar? 
17.  Das auslösende Moment in einem Fall, war nur der Satz. "Su einem Bengel wie Dir sollte man den Hintern versohlen!" Es erscheint unmöglich, daß dieser Satz alleine genügen konnte, eine flagellantische Neigung zu begründen. Diese muß bereits vorher vorhanden gewesen sein. Die Frage woher solche Veranlagungen kommen muß immer wieder neu hinterfragt werden. 
18.   Eine Erklärung für seine späte Zuwendung zum Flagellantismus wird oft gesucht. Alles spricht dafür, daß es sich um eine genetische Veranlagung handelt, die nach jahrelanger Verdrängung zu Ausbruch kommt. Das sollte untersucht werden! 


Die aufgeworfenen Fragen können zur Zeit nicht eindeutig beantwortet werden.Erkennbar wird, daß auch strenge Züchtigungen sich in ein flagellantisches Empfinden einbetten lassen.Das flagellantische Phänomen ist allerdings nicht neu. Lehrer die mit der körperlichen Züchtigung befaßt waren, wußten dies und dabei gab es zwei Auffassungen Ein Teil der Lehrerinnen und Lehrer nutze das flagellantische Phaenomen geschickt um Schülerverhalten positiv zu beeinflussen. Andere meinten nur Abschreckung sei ein wirksames Mittel. Immer strengere und exemplarische Züchtigungen wurden gefordert. Züchtigungen die fürchterliche Schmerzen hervorzurufen imstande waren die lange anhielten. Um diesen Effekt der Grausamkeit zu erreichen, wurden Jugendlichen bis zu hundert Schlägen verabreicht. Gesundheitliche Beeinträchtigungen und selbst Folgeschäden wurden billigend in Kauf genommen. Das alles möglicherweise auch, weil man sexuelle Erregung bei den Jugendlichen zu beobachten glaubte, die es auszutreiben galt. Daß diese Art "sexueller Erregung" nicht mit der identisch ist, die zur Ausführung von Geschlechtsverkehr dient, daran dachte man nicht.

Es ist und das zeigt sich immer wieder in vielen Gesprächen mit Flagellantinnen und Flagellanten, saß sie von einer Art "sexueller Erregung" berichten, die durch einen vermehrten Adrenalinausßstoß und Glückshormonen herzurühren scheinen.Vor und während einer körperlichen Züchtigung wird an Sex überhaupt nicht gedacht. Eher im Nachhinein, wenn diese Art der Erregung nachläßt und dann durch "echte sexuelle Lust" abgelöst wird. Man kann also allenfalls von einer erotischen "Stimulans" sprechen. Die immer wieder vorgebrachte Behauptung es handele sich bei der Flagellation um "sexuell motivierte Züchtigungen" haben sich durch unzählige Berichte als unhaltbar erwiesen, auch wenn sie noch so oft wiederholt werden.