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einer flagellantischen Persönlichkeit |
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Flagellanten und Gewalt Menschen als Flagellanten zu bezeichnen,
stammt aus dem Mittelalter. Die Vorstellung war, sich mit Gott
und der Welt dadurch zu versöhnen, dass man sich selber
schlagend (geißelnd, lateinisch Geißel=Flagellum,
flagellierend) durch die Straßen zog. Deshalb bezeichnete
man diese Menschen als Flagellanten und das dahinter stehende
Phänomen als Flagellantismus. Größer werdende
Gruppen erkannten, dass ihnen das half, ein emotionales Gefühl
aufzubauen, dessen wesentlicher Inhalt war, mit Gott und ihrer
Umwelt versöhnt (in Übereinstimmung) zu sein und sich
sicher und geborgen zu fühlen. Ursprünglich von der
Kirche akzeptiert, erregte diese Gruppe wegen des großen
Zulaufes, den Ärger des Klerus. Schließlich konnte
man eine solche Versöhnung und Befreiung von seelischen
Schuldgefühlen nur durch Ablassbriefe erlangen. Kurzerhand
wurde Flagellation verboten und unter Kirchenstrafe gestellt.
Der Gedanke, dass es sich dabei um etwas handeln könnte,
was Menschen bei der Bewältigung von Alltagsproblemen hilft,
wurde verworfen. Flagellation hat geschichtlich also nichts mit
sexuellen Gewaltvorstellungen zu tun. Trotzdem wird der Begriff
leider auch für sadomasochistische Praktiken missbraucht,
was bedauerlich ist. Wir jedenfalls bezeichnen nur solche Menschen
als Flagellanten, die, so wie es ursprünglich auch war,
für sich persönlich erkennen, dass Schläge auf
das Gesäß (und nur auf dieses) ihnen helfen, sich
sicher und geborgen, frei von Last und Schuld, versöhnt
mit sich und der Umwelt zu fühlen. Eine Art Selbsttherapie
also, zu der Menschen gebraucht werden, die dabei helfen, obwohl
viele Flagellanten sich lieber selber zu züchtigen versuchen,
als sich den Mitmenschen anzuvertrauen. Meistens haben sie damit
sogar recht und tun gut daran. Es wäre allerdings sehr zu
wünschen, dass sich dies ändert, schon deshalb, weil
jedes Wegtherapieren wollen solcher Gefühle sinnlos ist,
da diese untrennbar mit den jeweiligen genetischen Persönlichkeitsstrukturen
verbunden sind. Gewalt ist etwas Schreckliches rufen viele entrüstet aus ohne sich darüber klar zu sein, was Gewalt eigentlich ist. Gewalt ist eben nicht nur körperliche Gewalt. So sprechen wir zum Beispiel auch von richterlicher Gewalt oder der Staatsgewalt. Jeder hat schon selber erlebt, welche Gewalt auch von bürokratischen Maßnahmen ausgeht. Auch der Zwang, sich gesellschaftlichen Gruppen anpassen zu müssen, ist Gewalt. Solche Gewalt richtet sich gegen die Persönlichkeit, das Wesen und damit Wesentliche, was einen Menschen ausmacht. Aber auch Bedrohungen, die sich gegen die Seele eines Meschen richten, sind Gewalt. Und noch eine Gewalt gibt es, Gewalt, die sich gegen die Lebensgrundlagen von Menschen richtet, ihnen ein menschenwürdiges Dasein nimmt oder erschwert, indem es ihnen die Lebensgrundlagen raubt. Dabei spielt auch Geld eine entscheidende Rolle. Somit gibt es auch eine wirtschaftliche Gewalt. Betrachtet man den Gewaltbegriff also universell, so kommt man leicht zu der Erkenntnis, dass ein gewaltfreies Zusammenleben von Menschen gar nicht möglich ist. Damit wird aber auch deutlich, dass es von den jeweiligen Umständen abhängt, ob Gewalt etwas Gutes oder Böses ist. Aber Gewalt ist doch das Gegenteil von Freiheit!?
Ja, aber nur dann, wenn man Freiheit als etwas Allumfassendes
sieht nach dem Motto, jeder kann machen, was er will. Betrachtet
man Freiheit aber als ein allen Menschen gleichermaßen
zustehendes Gut, so muss diese logischerweise immer da ihre Grenzen
finden, wo sie die Freiheit des Mitmenschen so einschränkt,
dass beide Freiheiten nicht gleichgewichtig nebeneinanderstehen.
Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, sind daher ein Junktim
und es wird uns auch verständlich, dass der Bestand des
hohen Gutes der Freiheit einer ordnenden Gewalt bedarf. Gewalt
ist somit nicht das Gegenteil von Freiheit, sondern in bestimmtem
Maße erforderlich um Freiheit für alle Menschen gleichermaßen
zu erhalten. Gute Gewalt kann fast unmerklich in böse Gewalt übergehen. Ein Beispiel, an dem die Extreme deutlich werden, ist die nationalsozialistische Demokratur, zu verstehen als Demokratie und Diktatur gleichermaßen. Verfolgung, Folter und Ermordung von Minderheiten, ja ganzen Volksgruppen war, für die davon Betroffenen, sicherlich böse Gewalt. Für die, die durch die nationalsozialistische Demokratur plötzlich Arbeit, Lohn und eine Lebensperspektive fanden, war das eine gute Gewalt. Es ist ein Phänomen, dass es für jemand, der so etwas als für sich gut findet, es einfach gut ist und die, diesem Gut sein innewohnende Gewalt verdrängt, oder erst gar nicht wahrnimmt. Das macht die Existenz von Diktaturen erst möglich. Nun sind wir uns sicherlich darüber einig, dass die nationalsozialistische Gewaltherrschaft für böse Gewalt steht. Wie aber kann man dann gute und böse Gewalt unterscheiden, vor allem, wenn man selber von Gewalt profitiert? Darüber, ob eine Gewalt gut oder böse ist, ist letztlich doch das Empfinden desjenigen zuständig, gegen den sie sich richtet und das entspricht ja auch keiner objektiven Betrachtungsweise. Obwohl man sich zum Beispiel bei der Erziehung von jungen Menschen darüber klar sein muss, dass nur als von dem jungen Menschen als positiv empfundene Signale zu einer, für die Gemeinschaft positiven Verhaltensänderung, führen können. Unsere, wie wir denken objektive Betrachtungsweise
richtet sich nach folgenden Kriterien: Gut kann Gewalt nur dann sein, wenn:
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