|
|
|
einer flagellantischen Persönlichkeit |
|
|
|
Das Phaenomen das mit dem Die körperliche Züchtigung gab es seit Menschengedenken in allen Hochkulturen, ob bei den Pharaonen, Israeliten, Griechen, Römern usw. Diese Aufzählung läßt sich beliebig erweitern. Dazu gehörte auch die Züchtigung der Kinder und Jugendlichen durch Eltern, Lehrerinnen und Lehrer, sowie durch sonstige mit ihrer Erziehung befaßten Personen. Wir versuchen in unserer Abhandlung die unterschiedliche Wirkung auf die Betroffenen so weit wie möglich aus Sicht eben dieser Betroffenen zu sehen. Wichtig für uns ist, wie es zu dem flagellantischen Phänomen überhaupt kommt. Eine Sicht der Dinge mit den Sinnen der Zöglinge ist etwas ungewohntes, ist man doch gewohnt, die Dinge von oben herab mit Blick auf die Zöglinge zu beurteilen. Durch Kontakte mit mehr als 500 Betroffenen haben wir Material gesammelt, das wir, soweit es der Sache dienlich ist, verwenden wollen um eine Erklärung für das flagellantische Phänomen zu finden. Eine Verbindung zwischen dem
flagellantischen Phänomen und dem überwiegend sexuell
ausgerichteten Sadomasochismus können wir nicht erkennen.
Sexualität ist für Flagellanten keineswegs mit der
körperlichen Züchtigung verbunden, allenfalls wirkt
diese unter Partnern als erotische Stimulans für ein Geschehen
hinterher. Das hat auch die Justiz bemerkt, denn in einem der
Leitsätze zum §174 StGB heißt es: Bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen spielte die körperliche Züchtigung schon immer eine bedeutende Rolle. Das Spektrum reichte und reicht von maßvoller Züchtigung hin bis zur Mißhandlung. Dabei ist es unverständlich, wie Eltern ihre eigenen Kinder mißhandeln können. Aus allen bisherigen Berichten die uns erreichten, ergab sich in keinem einzigen Fall, daß mehrere Geschwister im späteren Leben flagellantische Bedürfnisse entwickelt hätten. Immer waren es einzelne aus einer Familie, auch wenn Geschwister vorhanden waren, die identisch erzogen wurden. Das ändert sich erst, wenn Kontakte geschildert werden, die über den Kreis der engeren Familie hinausgehen, Verwandtschaft oder Freunde mit einbezogen werden. Oftmals sind es Tanten und Onkel oder Großeltern die bei Züchtigungsträumen Jugendlicher eine große Rolle spielen. Den meisten ist der Gedanke von den eigenen Eltern gezüchtigt zu werden sehr unangenehm. Die Hemmschwelle bei anderen aus der Familie hingegen sinkt und sie geben ihre diesbezüglichen Wünsche solchen Personen gegenüber eher, wenn auch sehr verschlüsselt, zu erkennen. Trotzdem kommt es relativ selten vor, daß diese Personen selbst einen deutlich geäußerten Züchtigungswunsch von Jugendlichen erfüllen. Die uns diesbezüglich übermittelten Geschichten scheinen Ausnahmen zu sein. Fremde zu denen Jugendliche Vertrauen haben, sind solchen, die eine flagellantische Veranlagung haben am liebsten. Allerdings wollen sie sich schon vorher möglichst davon überzeugen, daß ihr Vertrauen nicht mißbraucht wird. Sind sie aber der Überzeugung, der oder die ist die Richtige, dann können sie schon sehr deutlich werden und äußern ihr Verlangen oftmals ziemlich frei. Jugendliche untereinander reden selten einmal von Züchtigungen. Es bedarf dazu eines besonderen Vertrauensverhältnisses und irgendwelcher Anlässe, dann fallen oftmals sehr schnell alle Schranken und es kommt zu flagellantischen Freundschaften, oder sogar kleinen flagellantischen Gruppen, die sich meist um eine starke Persönlichkeit als Anführer scharen |
|
|